Der Boden bleibt in Bewegung
Die Maßnahmen zur Verbesserung des Bodens im Europagarten zeigen erste positive Ergebnisse. Externe Sachverständige der Bodenkundlichen Baubegleitung haben den Boden nach den bisher durchgeführten bodenverbessernden Maßnahmen untersucht. Dafür wurden unter anderem Suchschürfungen bis in eine Tiefe von 1,20 Metern durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Gründüngung trotz der außergewöhnlich geringen Feuchtigkeit im Boden bereits in einer Tiefe von etwa 0,60 bis 1,00 Meter Wurzeln gebildet hat. Dies ist ein gutes Zeichen, denn tiefreichende Wurzeln tragen dazu bei, den Boden intensiv zu lockern und sind ein hervorragendes Werkzeug für den Aufbau der Bodenstruktur.
Um das Ergebnis weiter zu verbessern, wurde der Boden in dieser Woche (KW 40) erneut tiefengelockert. Zunächst erfolgte die Lockerung mit einem raupengezogenen Tiefenlockerer auf eine Tiefe von ca. 1,00–1,20 m. Anschließend wurde der Boden in einem zweiten Arbeitsgang mit dem Lockerer bis in eine Tiefe von maximal 0,80 m bearbeitet. Dieser zweite Arbeitsgang diente dazu, die gelockerte Bodenschicht zusätzlich zu zerkleinern und eine feinere, gleichmäßigere Bodenstruktur zu erreichen. Anschließend wurde eine zweite Gründüngung mit winterharten Pflanzen eingesät. Zum Einsatz kommen Winterroggen, Winterackerbohne, Wintererbse, Luzerne und Rotklee. Bei der Auswahl der Pflanzen steht dabei nicht eine besondere Blüte oder ein bestimmtes Erscheinungsbild im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr, dass die Pflanzen besonders tiefreichend wurzeln. Pflanzen mit langen Wurzeln spielen eine wichtige Rolle bei der Kultivierung von Böden, insbesondere bei der Verbesserung der Bodenqualität, der Verringerung der Erosion sowie der tieferen Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Zudem nehmen die Pflanzen Nährstoffe aus dem Boden auf und binden diese in ihrer Pflanzenmasse. Dadurch sollen die Nährstoffe über den Winter besser im Boden gehalten und weniger leicht durch Niederschläge aus Regen und Schnee ausgewaschen werden.
Im Frühjahr werden die Pflanzen, wie bereits bei der ersten Gründüngung, zerkleinert und anschließend flach in den Boden eingearbeitet. Auf diese Weise gelangen die zuvor von den Pflanzen gebundenen Nährstoffe wieder in den Boden und können dort für den weiteren Aufbau und die Verbesserung des Bodens zur Verfügung stehen. Die bisherigen Untersuchungen zeigen damit, dass die Maßnahmen zur Bodenverbesserung erste positive Effekte erzielen. Mit der erneuten Tiefenlockerung und der zweiten Gründüngung wurde dieser Prozess nun fortgesetzt.