Warum wird die Gründüngung im Europagarten bewässert?

In den vergangenen Wochen haben das Grünflächenamt vermehrt Fragen erreicht, warum die Gründüngung im Europagarten bewässert wird, obwohl Wasser derzeit ein knappes Gut ist. Auf den ersten Blick wirken die Pflanzen für viele wie „Unkraut“. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine gezielt ausgesäte Gründüngung, die ein wesentlicher Bestandteil der Bodensanierung im Europagarten ist.

Die Gründüngung soll die Bodenqualität nachhaltig verbessern. Unter günstigen Bedingungen bilden die verschiedenen Pflanzenarten tiefe Wurzeln, die den Boden lockern und seine Struktur verbessern. Je nach Art können die Wurzeln Tiefen von mindestens 60 Zentimetern und teilweise sogar bis zu zwei Metern erreichen. Wie tief die Wurzeln im Europagarten tatsächlich reichen werden, lässt sich derzeit jedoch noch nicht beurteilen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit entwickeln sich die Pflanzen deutlich schlechter als geplant. Viele Arten haben bislang keine Blüten ausgebildet. Von den ausgesäten Pflanzen scheinen vor allem die Sonnenblumen die trockenen Bedingungen vergleichsweise gut zu vertragen. Phacelia und Wegwarte blühen bislang nur vereinzelt in den Randbereichen der Fläche.

Es ist vorgesehen, die Gründüngung nach ihrem Wachstum im Herbst zu zerkleinern und oberflächlich in den Boden einzuarbeiten. Dadurch gelangen organische Stoffe und Nährstoffe in den Boden und unterstützen dessen Regeneration.

Gerade weil sich die Gründüngung nicht wie geplant entwickelt, musste sie bislang bereits dreimal bewässert werden. Ohne diese Wassergaben besteht die Gefahr, dass die Pflanzen vollständig vertrocknen. Damit würde eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bodenverbesserung entfallen. Die nachhaltige Verbesserung der Bodenqualität ist jedoch eines der zentralen Ziele der Erneuerung des Europagartens.

Grundsätzlich bewässert das Grünflächenamt Frankfurt Grünanlagen nur dort, wo dies fachlich erforderlich ist. Vorrang haben neu gepflanzte Bäume in den ersten fünf Standjahren sowie neu angelegte Stauden und Strauchpflanzungen. Ältere Bäume, Wiesen und Rasenflächen werden dagegen in der Regel nicht bewässert.

Wo immer möglich, setzt das Grünflächenamt Betriebswasser ein, beispielsweise aus Grundwasserhaltungen, Wasser aus dem Main, Tiefbrunnen oder Zisternen. So wird der Einsatz von Trinkwasser reduziert.

Die Entscheidung zur Bewässerung der Gründüngung wird sorgfältig abgewogen. Ziel ist nicht, eine beliebige Vegetationsfläche zu erhalten, sondern eine zentrale Maßnahme zur nachhaltigen Bodenverbesserung zu sichern.

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Erste Blüte trotz Trockenheit