Was passiert aktuell im Europagarten?
Am 24. Februar 2026 wurden 66 kranke bzw. im Absterbeprozess befindliche Bäume in der zentralen Rasenfläche des Europagartens zum Auftakt des 1. Bauabschnitts gefällt. Sieben vitale Bäume bleiben vorerst auf der Fläche stehen. Drei Stück sollen zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Großbaumverpflanzungsmaschine umgesetzt / verpflanzt werden. Aufgrund des derzeit sehr nassen / rutschigen Bodens muss jedoch zunächst abgewartet werden, bis Boden und Rasen ausreichend getrocknet sind. Anschließend werden die drei Bäume in eine Grünfläche an der Nidda im Frankfurter Westen umgesetzt.
Im nächsten Schritt, nachdem auch die Baumstubben entfernt wurden, erfolgt die Tiefenlockerung des Bodens als vorbereitende Maßnahme für die weitere Umgestaltung des Parks. Das Grünflächenamt ist bemüht, die Beeinträchtigungen für Anwohnende so gering wie möglich zu halten.
Warum ist die Tiefenlockerung notwendig?
Das zentrale Problem der vergangenen Jahre war der stark verdichtete Boden im Europagarten. Schon oberflächlich zeigte sich, dass Regenwasser nicht versickern konnte und sich stattdessen großflächige Pfützen bildeten. Zudem waren kaum Anzeichen aktiver Bodenorganismen erkennbar. Diese sind jedoch essenziell für gesunden Rasen und Bäume.
Mit der Tiefenlockerung wird ein neuer Weg beschritten, da das Grünflächenamt ein solches Verfahren in dieser Form bislang nicht durchführen musste. Ziel ist es, die Bodenstruktur nachhaltig zu verbessern und wieder ein lebendiges Bodenmilieu zu schaffen.
Nach der Lockerung des Bodens wird eine Zwischensaat / Gründüngung ausgebracht mit Pflanzen, die den Boden intensiv durchwurzeln. Zunächst entsteht daraus eine bunte Bodenbegrünung, die später zur Bodenverbesserung in den Boden eingearbeitet wird. Auf diese Weise werden wichtige Nährstoffe eingebracht, die wiederum das Bodenleben fördern und langfristig die Bodenqualität verbessern. Vergleichbare Verfahren sind auch aus der Landwirtschaft bekannt.
Damit sich die Zwischensaat optimal entwickeln kann und der Boden ausreichend Zeit zur Regeneration erhält, wird die zentrale Rasenfläche für ein Jahr abgesperrt. Die umlaufenden Promenaden und die Spielkabinette sowie der querende Weg entlang der Parkgastronomie sind weiterhin nutzbar.
Weitere Schritte ab 2027
Nach der Einarbeitung der Gründüngung wird die Umgestaltung des Europagartens im zentralen Bereich schrittweise umgesetzt. Es werden 231 neue, zukunftsfähige Bäume gepflanzt, u.a. die Blumenesche (Fraxinus ornus), Ginkgo (Ginkgo biloba) oder die Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia). Diese klimaangepassten Baumarten werden einzeln oder als Baumgruppen in der zentralen Fläche gepflanzt.
Geplant sind unter anderem neue Ausstattungselemente wie Spielangebote und zusätzliche Sitzelemente. Während dieser Phase werden jeweils nur die Bereiche abgesperrt, in denen tatsächlich gearbeitet wird. Die übrigen Flächen bleiben zugänglich.
Nach aktuellem Stand rechnet das Grünflächenamt mit einer Fertigstellung des inneren Parkbereichs im Jahr 2028.
Im Anschluss folgt der zweite Abschnitt der Umgestaltung. Dieser umfasst die Promenaden entlang des Parks. Auch dort müssen die kranken Bäume entnommen werden. Als Ersatz werden ca. 159 Zukunftsbäume gepflanzt. Dafür wird die bislang befestigte Fläche um ca. 2/3 reduziert, so dass die Bäume künftig in Vegetationsflächen stehen. Dadurch verbessern sich ihre Wachstumsbedingungen deutlich, insbesondere mit Blick auf zunehmende Hitze- und Trockenperioden im Zuge des Klimawandels.
Im Ergebnis soll eine Grünanlage entstehen, die den sich ändernden klimatischen Verhältnissen standhält und nachhaltig die Erholungsfunktion im Europaviertel verbessert.